Wöchentliche Nachrichtenübersicht

27.12.2025 bis 02.01.2026 | Erstellt: 04.01.2026 11:53


International

Im Nahen Osten bleibt die Lage angespannt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und US-Präsident Donald Trump verhandelten in Florida über die Fortführung der Waffenstillstandsbemühungen für den Gazastreifen. Während Trump behauptet, alle Geiseln seien zurückgekehrt, verweist Israel auf die letzte verbliebene Leiche eines getöteten Israeli als Bedingung für weitere Friedensschritte. Parallel dazu warnte der ehemalige Shin-Bet-Chef Ami Ayalon vor einer tiefen gesellschaftlichen Spaltung in Israel und kritisierte die Kriegsführung Netanyahus. In Jemen eskalierte der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), als eine saudisch geführte Militärallianz den Hafen von Mukalla bombardierte, um Waffenlieferungen an südjemenitische Separatisten des Südlichen Übergangsrates (STC) zu unterbinden. Jemen forderte daraufhin den Abzug aller emiratischen Truppen innerhalb von 24 Stunden.

In Syrien flammte die Gewalt gegen die alawitische Minderheit erneut auf. In Homs verübte die islamistische Gruppe Ansar al-Sunna einen Anschlag auf eine Moschee mit acht Toten, während in Latakia Proteste für Dezentralisierung in gewaltsame Zusammenstöße mit Sicherheitskräften mündeten. Im Iran weiteten sich die Proteste gegen die prekäre Wirtschaftslage auf das ganze Land aus. Nach einem rapiden Wertverfall der Landeswährung Rial und hohen Inflationsraten kam es in Teheran zu Streiks von Händlern und Demonstrationen unter dem Slogan «Tod dem Diktator», woraufhin die Regierung die Leitung der Zentralbank neu besetzte.

In Ostasien führte China sein bisher größtes Grossmanöver «Gerechtigkeitsübung 2025» rund um Taiwan durch. Unter Einsatz von Raketen, Kriegsschiffen und erstmals Landungsschiffen des Typs 075 wurde eine vollständige Seeblockade der Insel simuliert, woraufhin Taiwan seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzte. Die USA schwächten nach Einschätzung von Experten durch eine eigene Seeblockade gegen Venezuela ihre moralische Position im Taiwan-Konflikt, da China dieses Vorgehen als Rechtfertigung für ähnliche Maßnahmen gegen Taipeh instrumentalisieren könnte. Gleichzeitig wurde bekannt, dass BYD Tesla als weltweit meistverkauften Elektroautohersteller abgelöst hat.

In Deutschland verlief der Jahreswechsel in Berlin und anderen Großstädten trotz hunderter Festnahmen und zahlreicher Verletzungen durch Feuerwerkskörper weniger problematisch als in Vorjahren. Überschattet wurde der Wochenbeginn jedoch von Ermittlungen gegen 55 Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 aus Zweibrücken. Den Soldaten werden Rechtsextremismus, sexualisierte Gewalt und Drogenkonsum vorgeworfen; 16 Verfahren führt die Staatsanwaltschaft, während Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits Entlassungen veranlasste. Zudem wurde ein Verfahren gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow in München gegen eine Zahlung von zehn Millionen Euro eingestellt.

Die Ukraine meldete fortgesetzte russische Drohnenangriffe auf Kiew und die Region Cherson, die zu Toten und schweren Schäden an der Energieinfrastruktur führten. Russland behauptete seinerseits, einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Residenz von Wladimir Putin in Nowgorod abgewehrt zu haben, was Kiew als Vorwand für Vergeltungsschläge zurückwies. Trotz Korruptionsskandalen in der Regierung und personellen Wechseln im Präsidentenbüro bleibt die Abwehrbereitschaft der ukrainischen Gesellschaft laut Beobachtern hoch, während Soldaten im Osten des Landes teils mit improvisierten Waffen wie Schrotflinten gegen Kleinstdrohnen vorgehen.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni setzte eine umstrittene Justizreform durch, welche die Kontrollbefugnisse des Rechnungshofes bei öffentlichen Ausschreibungen einschränkt, um das Wirtschaftswachstum durch Deregulierung zu fördern. In der Slowakei belastet eine neue Strafrechtsreform, die Kritik an den Benes-Dekreten verbietet, das Verhältnis zur ungarischen Minderheit und zum Verbündeten Viktor Orbán. Im Kosovo festigte Albin Kurti seine Macht durch einen deutlichen Wahlsieg seiner Partei Vetevendosje, was als Mandat für einen harten Kurs gegenüber Serbien interpretiert wird.

In Süd- und Südostasien verstarb Khaleda Zia, die ehemalige Premierministerin von Bangladesch, kurz nach der Rückkehr ihres Sohnes Tarique Rahman aus dem Exil. Rahman übernimmt nun die Führung der Bangladesh Nationalist Party (BNP) vor den Wahlen im Februar. In Malaysia wurde die Verurteilung des ehemaligen Premierministers Najib Razak zu 15 Jahren Gefängnis wegen des 1MDB-Korruptionsskandals durch ein Gericht bestätigt. In Myanmar meldete die militärnahe Partei USDP unterdessen erste Siege in einem regional abgestuften Wahlverfahren, das von der Opposition als illegitim eingestuft wird.

Die kanadische Regierung unter Mark Carney vereinbarte den Bau einer neuen Erdölpipeline von Alberta an die Pazifikküste, um die Exportabhängigkeit von den USA zu verringern und verstärkt asiatische Märkte zu bedienen. In Lateinamerika kündigte Kolumbien an, Kokaplantagen mithilfe von Glyphosat-Sprühdrohnen zu bekämpfen, während die USA Luftangriffe gegen mutmaßliche Drogenumschlagplätze in Venezuela und auf Drohnenboote vor der Küste durchführten. In Brasilien fordert der Oberste Gerichtshof einen Verhaltenskodex, nachdem Bestechungsvorwürfe gegen zwei Richter laut wurden.

Im technologischen Sektor bereitet SpaceX unter Elon Musk den größten Börsengang der Geschichte vor, der das Unternehmen mit rund 1,5 Billionen Dollar bewerten könnte. Während Dubai sich als neues Forschungs- und KI-Zentrum positionieren will, entwickeln Schweizer Initiativen wie der Verein Onocoy ein globales Navigationsnetz für Drohnen und Roboter. In Zentralasien, insbesondere in Usbekistan, verschärft sich die Wasserkrise durch Misswirtschaft im Baumwollanbau und grenzüberschreitende Verteilungskonflikte, was Landwirte zu ökologischen Anpassungsmaßnahmen zwingt.

Weltweit kam es zu schweren Unfällen und Naturkatastrophen. In der Schweiz starben 40 Menschen bei einer Explosion durch Pyrotechnik in einer Bar in Crans-Montana. Bei Schiffsunglücken vor der Küste Gambias werden hunderte Migranten vermisst, während Erdbeben in Mexiko und schwere Verkehrsunfälle in Brasilien und Nigeria zahlreiche Todesopfer forderten. Bulgarien trat unterdessen am 1. Januar offiziell der Eurozone bei.

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KI

Die KI-Branche verzeichnete zum Jahreswechsel mehrere bedeutende Akquisitionen und strukturelle Veränderungen. Meta hat das auf KI-Agenten spezialisierte Startup Manus.ai übernommen, wobei Branchenschätzungen den Kaufpreis auf 2 bis 3 Milliarden US-Dollar beziffern. Da Manus ein chinesisches Unternehmen ist, erforderte die Übernahme eine spezifische Trennung der chinesischen Geschäftsbereiche. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Nvidia den Hardware-Spezialisten Groq übernommen hat. Parallel dazu veröffentlichte Qwen mit 'Image 2412' ein neues Modell zur Bildverarbeitung.

OpenAI hat eine Umbenennung seiner Produkte vorgenommen: Die Cloud-Version des Coding-Agenten 'Codex Cloud' wird nun als 'Codex web' geführt. Dies steht im Gegensatz zur Namensgebung des Konkurrenten Anthropic, dessen entsprechendes Produkt 'Claude Code on the web' heißt. Anthropic-Nutzer wie Boris Cherny, der Entwickler von Claude Code, berichten von einer signifikanten Produktivitätssteigerung durch die Nutzung von Claude Opus 4.5, mit dem er innerhalb von 30 Tagen knapp 500 Commits und rund 40.000 Zeilen Code generierte.

Das Jahr 2025 wurde retrospektiv als das Jahr des 'Reasoning' und der Coding-Agenten eingeordnet. Den Anstoß gab OpenAI im September 2024 mit o1, gefolgt von o3 und o4-mini Anfang 2025. Diese Entwicklung basiert auf 'Inference-Scaling' und Bestärkendem Lernen durch verifizierbare Belohnungen (RLVR). Dabei entwickeln Modelle Strategien zur Problemlösung, die menschlichem logischem Denken ähneln, indem sie komplexe Aufgaben in Zwischenschritte zerlegen.

Experten wie Will Larson betonen, dass die erfolgreiche Einführung von KI in Unternehmen eine Kombination aus Domänenkontext, Erfahrung mit KI-Werkzeugen und klassischer IT-Infrastruktur erfordert. Besonders in Großunternehmen stellt die Koordination dieser drei Bereiche zwischen verschiedenen Organisationseinheiten eine Hürde dar. Kleinere Unternehmen im Frühstadium haben hier einen Vorteil, da diese Kompetenzen oft in wenigen Personen gebündelt sind.

Die Rolle von Softwareentwicklern wandelt sich durch KI-Unterstützung grundlegend. Branchenvertreter wie Liz Fong-Jones beschreiben den Übergang vom Schreiben von Codezeilen hin zum Management von Kontext und Spezifikationen. Der Prozess wird mit der Anleitung eines hochgradig belesenen, aber unerfahrenen Praktikanten verglichen, bei dem der Programmierer den Kontext ('Context Engineering') ständig bereinigen und priorisieren muss, um Fehlleistungen des Modells zu verhindern.

Es wird prognostiziert, dass das Jevons-Paradoxon auf die Wissensarbeit zutrifft: Durch die drastische Kostensenkung bei der Erledigung von Aufgaben wird die Gesamtzahl der Projekte massiv ansteigen. KI-Tokens werden zukünftig für Aufgaben genutzt, die heute aus Ressourcenmangel unterbleiben, wie zusätzliche Softwareprojekte, umfassendere Vertragsprüfungen oder erweiterte medizinische Forschung. Armin Ronacher stellt fest, dass KI die mühsame Arbeit des Tippens und Debuggens reduziert, während die eigentliche Denkarbeit beim Programmierer verbleibt.

In der Praxis wurden neue Werkzeuge zur Unterstützung von KI-Workflows entwickelt. 'actions-latest' ist ein neues Tool, das Coding-Agenten wie Claude Code die jeweils aktuellsten Versionen von GitHub Actions zur Verfügung stellt, um die Verwendung veralteter Workflows zu vermeiden. Ein weiteres Projekt, 'Software Heritage Repository Retriever', nutzt KI-generierten Code, um archivierte Open-Source-Repositorys aus dem Software Heritage-Archiv wiederherzustellen.

Technische Hürden bei der Verbreitung von Informationen wurden durch Sicherheitsfilter deutlich. So verhinderte die Plattform Substack den Versand eines Newsletters mit einer Fehlermeldung, weil der Inhalt ein SQL-Injection-Beispiel gegen ClickHouse und PostgreSQL enthielt. Erst nach dem Entfernen des Exploit-Codes konnte die Zustellung erfolgen. Zudem wurde die Bedeutung von Urheberrechten bei Open-Source-Projekten wie SQLite hervorgehoben, die externe Beiträge nur unter strengen rechtlichen Auflagen akzeptieren, um die Gemeinfreiheit des Codes zu wahren.

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Deutschland

Der Jahreswechsel 2025/2026 war in Deutschland von einem Wintereinbruch und zahlreichen Silvesterereignissen geprägt. Schneeschauer und überfrierende Nässe führten insbesondere in Norddeutschland zu zahlreichen Glätteunfällen sowie Flugausfällen am Hamburger Flughafen. Meteorologische Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) belegen zudem, dass die Weihnachtstage 2025 die kältesten seit 15 Jahren waren. Rückblickend ordnet der DWD das Jahr 2025 als eines der zehn wärmsten und fünf sonnigsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn ein, obwohl ein Mangel an Niederschlag zu verzeichnen war.

In der Silvesternacht feierten Millionen Menschen unter anderem in Berlin, Hamburg und München. Trotz verstärkter Polizeipräsenz kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen und Unfällen. In Bielefeld starben zwei 18-Jährige durch selbstgebaute Pyrotechnik; andere Personen erlitten schwere Verletzungen wie Handamputationen. In Berlin wurden über 100 Festnahmen gemeldet und mehrere Polizisten verletzt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Berufsverband Rettungsdienst kritisierten die mangelnde Sicherheit, während die Berliner Feuerwehr erstmals Bodycams zur Dokumentation von Angriffen einsetzte. Vor dem Hintergrund dieser Gewalt diskutieren Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) über Strafverschärfungen für Angriffe auf Einsatzkräfte.

Zum 1. Januar 2026 traten weitreichende gesetzliche Änderungen in Kraft. Der gesetzliche Mindestlohn stieg auf 13,90 Euro pro Stunde, was gleichzeitig die Verdienstgrenze für Minijobs auf 603 Euro anhob. Steuerlich erhöhte sich der Grundfreibetrag auf 12.348 Euro und der Kinderfreibetrag auf 9.756 Euro. Das Deutschlandticket wurde im Preis auf 63 Euro pro Monat angehoben. Eine wesentliche Neuerung betrifft den Wehrdienst: Junge Männer müssen nun nach ihrem 18. Geburtstag verpflichtend einen digitalen Fragebogen zur Wehrwilligkeit ausfüllen, während dies für Frauen freiwillig bleibt. Zudem wurde das Bürgergeld durch eine neue Grundsicherung ersetzt.

Im Gesundheitssektor verzeichneten die gesetzlichen Krankenkassen zum Jahreswechsel einen deutlichen Anstieg der Zusatzbeiträge auf durchschnittlich über 3,1 Prozent. Der GKV-Spitzenverband warnte vor einer drohenden Zahlungsunfähigkeit mehrerer Pflegekassen im Jahr 2026 und forderte Reformen, einschließlich strengerer Kriterien für Pflegegrade. Parallel dazu löste der Vorschlag von Kassenärzte-Chef Andreas Gassen, eine „Kontaktgebühr“ von drei bis vier Euro pro Arztbesuch einzuführen, breite Ablehnung bei Patientenvertretern und Sozialverbänden aus.

Die Migrationspolitik bleibt ein zentrales Thema der politischen Debatte. Die CSU-Landesgruppe fordert in einem Beschlussentwurf eine „Abschiebeoffensive“ für syrische Flüchtlinge, da der Schutzgrund nach Ende des Bürgerkriegs entfalle. Gleichzeitig belegen Zahlen der Bundespolizei, dass die unerlaubten Einreisen im Jahr 2025 mit rund 62.500 Fällen etwa halb so hoch ausfielen wie im Jahr 2023. Innenminister Dobrindt intensivierte die Grenzkontrollen bereits im Mai 2025, um die Zahl der Asylsuchenden weiter zu senken.

In der Parteienpolitik liegt die Union bei den Großspenden für das Jahr 2025 mit rund 7,9 Millionen Euro deutlich vor der Konkurrenz. Die AfD belegt mit 5,1 Millionen Euro den zweiten Platz, wobei eine Millionenspende aufgrund rechtlicher Zweifel von der Bundestagsverwaltung einbehalten wurde. In seiner ersten Neujahrsansprache rief Bundeskanzler Friedrich Merz zu Zuversicht und Reformbereitschaft auf, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen und die Sicherheit des Landes zu garantieren. Innerhalb der Regierungskoalition gibt es jedoch Unstimmigkeiten über eine mögliche Überarbeitung des Koalitionsvertrags.

In Gelsenkirchen beschäftigt ein spektakulärer Bankeinbruch weiterhin die Ermittler. Nach der Veröffentlichung von Überwachungsvideos aus einem Parkhaus gingen zahlreiche Hinweise aus dem In- und Ausland ein. Die Bilder zeigen zwei vermummte Täter, die sich über eine Tiefgarage Zugang zur Sparkasse verschafften. Unterdessen entschied die Leitung der Münchner Sicherheitskonferenz, Fachpolitiker der AfD nach zweijährigem Ausschluss wieder zur Tagung im Februar 2026 einzuladen, was einen Kurswechsel unter der neuen Führung signalisiert.

Zivilgesellschaftliche Themen prägten ebenfalls die Nachrichtenlage. In München baute die Feuerwehr eine illegal errichtete Rampe an der Eisbachwelle ab, die unbekannte Surfer zur Wiederherstellung des Surfspots installiert hatten. In Herzberg, Brandenburg, widmet sich eine Rückkehrer-Initiative der Unterstützung von Menschen, die aus Großstädten in ihre Heimatregion zurückziehen wollen. Schließlich wurden die beliebtesten Vornamen des Jahres 2025 bekanntgegeben: Noah führt die Liste bei den Jungen weiterhin an, während Sophia bei den Mädchen den ersten Platz von Emilia übernahm.

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Berlin

Die Berliner Sicherheitsbehörden ziehen eine verhalten positive Bilanz der Silvesternacht. Trotz eines Niveaus von 2.340 Polizeieinsätzen und 1.830 Feuerwehreinsätzen, was dem Vorjahr ähnelt, wurden weniger Brände und Verletzte registriert. Es gab 420 vorübergehende Festnahmen und über 30 verletzte Polizeikräfte. Zur Verbesserung der Einsatzdokumentation und Abschreckung wurden zum Jahresende rund 3.000 Bodycams an Polizei und Feuerwehr ausgeliefert. Im Vorfeld der Feierlichkeiten beschlagnahmte die Polizei bei mehreren Durchsuchungen, unter anderem in Neukölln und an der Landsberger Allee, hunderte Kilogramm illegale Pyrotechnik, darunter gefährliche Kugelbomben der Kategorie F4.

Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) behandelte zum Jahreswechsel 30 Schwerverletzte, darunter acht Kinder mit massiven Handverletzungen und Amputationen durch Feuerwerkskörper. Zusätzlich bereitet sich das UKB auf die Aufnahme von drei Schwerbrandverletzten aus dem Schweizer Skiort Crans-Montana vor, wo bei einem Brand in einer Bar 40 Menschen starben. Die Spezialklinik wird die Patienten über mehrere Wochen intensivmedizinisch betreuen. Parallel dazu warnten Mediziner erneut vor der Sprengkraft illegaler Böller, die zu lebensverändernden Verletzungen führen können.

In der Berliner Verkehrsinfrastruktur kam es zu massiven Beeinträchtigungen. Nach einem Brand eines Aufsichtshäuschens am S-Bahnhof Wedding in der Silvesternacht blieb der Ringbahnbetrieb im Norden zwischen Gesundbrunnen und Westhafen für Tage unterbrochen. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Am Neujahrsmorgen stürzte zudem ein mutmaßlich berauschter Mann am S-Bahnhof Jungfernheide ins Gleisbett und wurde tödlich von einem Zug überrollt. Auch der U-Bahnverkehr am Nollendorfplatz war für Stunden unterbrochen, nachdem das Feuer eines brennenden Weihnachtsmarktes auf den Hochbahnhof übergriff.

Die Berliner Stadtmission wurde Ziel mehrerer Brandanschläge. Nachdem bereits am Wochenende zwei Kältebusse in Moabit durch Feuer beschädigt oder zerstört wurden, kam es am Neujahrsabend zu einem erneuten Angriffsversuch. Ein Tatverdächtiger konnte auf frischer Tat gestellt werden. Aufgrund einer großen Welle der Hilfsbereitschaft und Materialspenden, unter anderem der Deutschen Bahn Stiftung und anderer Träger, konnte der Betrieb der Kältehilfe für Obdachlose dennoch aufrechterhalten werden. Ein weiterer Brand in einem Obdachlosenlager unter einer Brücke in Charlottenburg endete glimpflich, als Passanten und Einsatzkräfte drei Männer retteten.

Ein historisches Kapitel der Berliner Flüchtlingshilfe ging mit der offiziellen Schließung der Notunterkunft im ehemaligen Flughafen Tegel am 31. Dezember zu Ende. Seit März 2022 wurden dort rund 110.000 Geflüchtete aus 99 Staaten erstversorgt. Während die Schließung als Erfolg humanitärer Zusammenarbeit gewertet wird, stand die Einrichtung aufgrund der prekären Lebensbedingungen und hohen Kosten dauerhaft in der Kritik. Die zukünftige Unterbringung von Geflüchteten bleibt ein kontroverses Thema in der Berliner Landespolitik mit Blick auf die Wahlen zum Abgeordnetenhaus im September 2026.

In der Berliner Justiz und Kriminalistik gab es bedeutende Entwicklungen. Die Verurteilung der ehemaligen Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci wegen Bestechlichkeit ist nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs rechtskräftig. In Neu-Hohenschönhausen wurde ein 69-jähriger Mann niedergestochen; ein 23-jähriger Tatverdächtiger stellte sich der Polizei. Zudem ermittelt die Polizei nach einem Vorfall am U-Bahnhof Hermannplatz am zweiten Weihnachtsfeiertag wegen besonders schweren Diebstahls und unterlassener Hilfeleistung, nachdem ein Unbekannter das Handy eines Mannes stahl, während dieser an einem medizinischen Notfall verstarb.

Die wirtschaftliche und soziale Lage Berlins wurde durch mehrere Berichte beleuchtet. Das Traditionsmöbelhaus Möbel-Hübner kündigte nach 117 Jahren Betrieb aus persönlichen und konjunkturellen Gründen seine Schließung an. Ein Pilotprojekt zum "Solidarischen Grundeinkommen" für Langzeitarbeitslose endete zum Jahresende; rund zwei Drittel der 1.000 Teilnehmenden konnten in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse vermittelt werden. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie eine hohe Rate an sozialer Isolation bei Müttern im ersten Jahr nach der Geburt auf.

Im Bereich Stadtentwicklung und Umwelt wurde Kritik an der schleppenden Genehmigung von Balkonkraftwerken laut. Trotz Förderprogrammen genehmigten die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften in den letzten zwei Jahren lediglich 98 solcher Anlagen bei einem Bestand von 360.000 Wohnungen. In der Gesundheitsbilanz für 2025 meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales einen historischen Höchststand bei Borreliose-Infektionen. Mit über 1.400 Fällen wurde der bisherige Rekord gebrochen, was Experten auf den feuchten Sommer und milde Winter zurückführen.

Zum Jahresende verstarb im Alter von 91 Jahren Ulrich Eckardt, der langjährige Intendant der Berliner Festspiele, der die kulturelle Landschaft der Stadt über Jahrzehnte prägte. Im politischen Rückblick auf das Jahr 2025 wurde die Verabschiedung der Verwaltungsreform als zentraler Erfolg der Koalition unter Kai Wegner hervorgehoben, während Themen wie die Finanzierung der Kultur und die Verkehrspolitik weiterhin für Spannungen zwischen CDU und SPD sorgen.

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Tech

Ein Entwickler hat erfolgreich ein verschwundenes Open-Source-Repository des britischen Department for Business and Trade wiederhergestellt. Bei der betroffenen Software handelt es sich um 'sqlite-s3vfs', ein unter der MIT-Lizenz veröffentlichtes Tool, das ursprünglich von der britischen Regierung finanziert wurde. Nachdem das Original-Repository auf GitHub zu einer Fehlermeldung (404) führte und nicht mehr erreichbar war, wurde das Projekt unter einem neuen Profil erneut öffentlich zugänglich gemacht.

Der Wiederherstellungsprozess basierte auf der Nutzung des Software Heritage Archive. Dieses Archiv dient als Langzeitgedächtnis für Quellcode und konnte eine Kopie des Repositorys unter der ursprünglichen URL identifizieren. Durch die Suche im Archiv konnte der vollständige Status der Software zum Zeitpunkt der letzten Archivierung ermittelt werden, was als Grundlage für die Rekonstruktion diente.

Um nicht nur den aktuellen Stand des Codes, sondern die gesamte Git-Historie inklusive aller vergangenen Änderungen zu sichern, wurde eine spezifische Kennung verwendet. Software Heritage nutzt hierfür sogenannte 'Snapshot IDs', die einen exakten Zustand eines Repositorys zu einem bestimmten Zeitpunkt definieren. Im vorliegenden Fall wurde die ID 'swh:1:snp:1930ecd7bcc8c8666c721c4def3944c98d650abf' identifiziert.

Technisch erfolgte der Datenabruf über die Programmierschnittstelle (API) des Software Heritage Vaults. Mittels eines POST-Requests wurde ein Git-Bundle angefordert, das die vollständigen Versionsdaten enthält. Die API lieferte daraufhin einen Download-Link zu einer komprimierten TAR-Datei, die ein Bare-Repository der gesicherten Software beinhaltete.

Nach dem Herunterladen der Daten über den Redirect der API auf einen Blob-Speicher konnte das lokale Bundle entpackt und verarbeitet werden. Dies ermöglichte es, das Projekt mit sämtlichen Metadaten und der Entwicklungshistorie auf GitHub unter 'simonw/sqlite-s3vfs' neu zu veröffentlichen. Damit bleibt das mit Steuergeldern finanzierte Werkzeug für die Allgemeinheit und die Entwicklergemeinschaft erhalten.

Die Bedeutung dieses Vorfalls liegt in der Demonstration der Notwendigkeit von digitalen Archiven für Softwareprojekte. Da Open-Source-Repositories jederzeit durch Löschung oder Privatisierung von Plattformen wie GitHub verschwinden können, bieten Dienste wie Software Heritage eine Infrastruktur zur dauerhaften Sicherung von technologischem Wissen. Die Methode zeigt zudem einen reproduzierbaren Weg auf, wie verlorene Git-Projekte durch öffentliche APIs wiederhergestellt werden können.

Besonderes Augenmerk lag bei der Wiederherstellung auf der Einhaltung der ursprünglichen Lizenzbedingungen. Da die Software unter der MIT-Lizenz stand, war eine Weiterverbreitung und erneute Bereitstellung rechtlich zulässig und für die Fortführung des Projekts durch Dritte notwendig. Dies unterstreicht die Rolle freier Lizenzen für die Beständigkeit von Software-Ökosystemen.

Zusammenfassend wurde durch die Kombination aus Archivsuche, API-Abfragen und Git-Tools ein verloren geglaubtes Regierungs-Softwareprojekt gesichert. Die erfolgreiche Migration zeigt, dass die technische Infrastruktur zur Rettung von Software-Erbstücken existiert und im Bedarfsfall effektiv genutzt werden kann, um die Verfügbarkeit von öffentlich finanziertem Code zu gewährleisten.

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Sport

>1. FC Nürnberg - Profis (Männer)<

Aktuelle Lage & Tabellenstand: Der 1. FC Nürnberg beendet die Hinrunde der 2. Bundesliga auf dem 8. Tabellenplatz mit 22 Punkten und einer Tordifferenz von -4 (Zweitliga-Rekord für die geringste Punktzahl eines Tabellenachten). Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt fünf Punkte.

Personalmeldungen & Transfers: * Semir Telalovic: Der 26-jährige Stürmer wird bis Saisonende an Arminia Bielefeld verliehen. Der Deal enthält eine Kaufoption in Höhe von ca. 850.000 Euro. * Kaderveränderungen: Der Verein plant, sich von Danilo Soares, Benjamin Goller, Ondrej Karafiat und Michal Kukucka zu trennen. Robin Knoche und Tom Baack sollen hingegen bleiben. * Miroslav Klose: Eine Vertragsverlängerung des Trainers bis 2028 steht unmittelbar bevor. * Pellegrino Matarazzo: Der ehemalige FCN-Jugendtrainer debütiert als neuer Coach bei Real Sociedad.

Wichtige Ereignisse: * Trainingsauftakt: Start der Rückrundenvorbereitung am 2. Januar in Herzogenaurach. Ein Testspiel gegen Grasshoppers Zürich ist für den 10. Januar angesetzt. * Nachwuchsintegration: Der 15-jährige Marko Soldic rückt für die Vorbereitung in den Profikader auf. * Statistik: Torhüter Jan Reichert weist die viertniedrigste Fehlpassquote der Liga auf und agiert statistisch mit einer besonders hohen Positionierung zum Feld.

>1. FC Nürnberg - Nachwuchs & U23<

U23 (Regionalliga Bayern): Die Mannschaft von Trainer Andreas Wolf ist Herbstmeister der Regionalliga Bayern (46 Punkte aus 19 Spielen). Rechtsverteidiger Justin von der Hitz wurde in die Elf der Hinrunde gewählt.

U19: Das Team von Michael These qualifizierte sich als Gruppenzweiter für die Liga A der DFB-Nachwuchsliga.

Marek Mintal: Kehrt im Januar als individueller Stürmertrainer für den Nachwuchsbereich zum Verein zurück.

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Wochennachrichten, von Martin Betz